Skizze vom Gras Gedichte
Eine Skizze ist ein Versuchsfeld, ein Bild, das die Geste der Arbeit noch in sich trägt; es geht um das Einfangen des Flüchtigen. In diesem Sinn sind auch Silke Scheuermanns Gedichte Versuchsfelder, zumal die Science-Fiction-Gedichte, die jene von Nicolas Born Anfang der siebziger Jahre erfundene Genrebezeichnung vom "utopischen Gedicht" aufgreifen und weiterentwickeln. Die Autorin notiert Historien aus der Zukunft und knüpft dabei an den Verwerfungslinien der Gegenwart an: "Es ist wahr, man kann zu verträumt sein / zum Überleben". "Nach ihrem ersten Gedichtband, "Der Tag an dem die Möwen zweistimmig sangen" (2001), hatte man Silke Scheuermann immer wieder einen "Märchentonfall" nachgesagt, ohne die metaphysischen Untertöne ihrer Gedichte zu beachten. In ihrem intensiven, gedankenreichen und bisher besten Gedichtbuch, "Skizze vom Gras", das bereits vorab mit dem renommierten Hölty-Preis ausgezeichnet worden ist, konterkarieren immer wieder sarkastische Reflexionen den mitunter hohen Ton der Gedichte. Diese Poesie führt uns zurück an jenen epochalen Punkt, da wir uns im Zeitalter technischer Selbstüberhebung wieder an die Möglichkeiten des Menschseins erinnern müssen - zumindest an das, was noch davon zu retten ist" (NZZ)
Print Book, German, 2014
Schöffling, Frankfurt, M, 2014